Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte für Deutschland den Verlust seiner gesamten Handelsflotte. Bereits 1949 begannen die verbliebenen Reedereien in Westdeutschland durch Ankauf von älteren Schiffen und kleinere Neubauten ihre Dienste wieder aufzunehmen. Nach und nach nahmen größere Neubauten, die sogenannten Kombifrachter für die Hamburg-Süd, die Hapag und den NDL ihre alten Dienste nach Südamerika, Nordamerika, Australien und Ostasien wieder auf..

Der NDL nahm 1954 mit dem Ankauf des Passagierschiffs GRIPSHOLM als erste Reederei nach dem Zweiten Weltkrieg den Nordatlantikdienst und das Kreuzfahrtengeschäft wieder auf. Gleichzeitig wurden nach und nach neue deutsche Schiffspoststempel in Verwendung genommen.

Auch heute werden an Bord deutscher Kreuzfahrtschiffe und hauptsächlich auf den kleinen Fahrgastschiffen nach Helgoland sowie den Fährschiffen auf den diversen Linien nach Skandinavien Schiffspoststempel verwendet.

Lassen wir einige Belege aus diesem Sammelgebiet für sich selber sprechen.

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Brief, aufgegeben an Bord des Kombifrachter M.S. BAYERNSTEIN vom NDL. Die Frankatur wurde unter dem 2.9.1963 mit dem Schiffspost-Normstempel OSTASIEN-DIENST entwertet.
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Eingeschriebener Brief, aufgegeben beim Bordpostamt des Kreuzfahrtschiffes MS EUROPA vom NDL. Die Frankatur wurde unter dem 19.6.1970 mit dem Normstempel NORDAMERIKA-DIENST entwertet, zusätzlich wurde der R-Zettel angebracht.

Die Seebäderschiffe an der Nordseeküste führten zu allen Zeiten Bordpostämter, auch nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Der Brief zeigt den Normstempel des MS. WAPPEN VON HAMBURG der HADAG vom 21.8.1963
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Normstempel vom M.S. ELBE der HADAG unter dem 19.5.1973. Der Nebenstempel mit der Silhouette des Schiffes wurde an Bord angebracht. Diese Stempel, sogenannte Cachets finden wir heute auf vielen Schiffen. Diese haben aber mit Schiffspost nichts zu tun, es sind Werbestempel für Schiff und Reederei.

Auch die Fährlinien im Ostseeraum fanden nach 1945 zu ihrer alten Bedeutung zurück.

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Die Postkarte nach Stockholm wurde unter dem 13.3.1954 vom Bordpostamt des F.S. DEUTSCHLAND auf der Linie Grossenbrode-Gedser mit dem an Bord befindlichen Maschinenstempel entwertet.
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Dieser Brief wurde an Bord der TT-Linien-Fähre MARY POPPINS vom Bordpostamt am 5.9.1975 bearbeitet.

Auch in der DDR wurden nach 1945 wieder Schiffsposten eingerichtet, die jedoch nicht die Menge und Kapazität der BRD erreichten. Zwei Beispiele dazu.

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Brief, aufgegeben an Bord des Kreuzfahrtschiffes VÖLKERFREUNDSCHAFT unter dem 20.12.1971, aufgegeben anläßlich einer Westindienreise.
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Die Frankatur auf diesem Beleg wurde mit dem Stempel auf der Route WARNEMÜNDE-GEDSER am 25.1.1990 entwertet. Dieser Stempel wurde nicht an Bord verwendet, sondern beim Landungspostamt in Warnemünde.