Bereits aus vorphilatelistischer Zeit finden wir auf alten Briefen, die mittels Schiff befördert wurden, handschriftliche Hinweise wie z.B. „Via di Mare”, „pr. Ship” oder „pr. Victoria Luise” als Nachweis der Beförderung über das Meer. Bereits im frühen 19.Jahrhundert finden wir dann die ersten Stempel mit diesen Hinweisen, die auch Portohinweise enthielten über bezahltes oder noch einzuziehendes Porto.

Der Weltpostverein vereinbarte dann auf seinem Kongress 1891 in Wien, die Einführung von besonderen Kennzeichnungsformen für die Annahme der an Bord aufgebenen Postsendungen, damit der Empfänger dieser Post, die mit den Freimarken des Landes versehen waren, in dem das Schiff beheimatet war, kein Nachporto zahlen musste.

Der Weltpostverein modifizierte seine Anweisungen im Laufe der Jahrzehnte ständig und passte sie den jeweiligen Gegebenheiten an. Auf dem Weltpostvereins-Kongress 1924 in Stockholm wurden dann nochmals die genauen Vorschriften für die Behandlung von auf hoher See geschrieben Postkarten und Briefen, die von Besatzungsmitgliedern und Passagieren aufgegeben wurden, geregelt. Diese Vorschriften gelten bis auf kleine Veränderungen noch heute.

So steht im Artikel 53 des Weltpostvertrages u.a.:

  1. Briefsendungen, die an Bord eines Schiffes ohne eigene Seeposteinrichtung auf hoher See eingeliefert werden, können vorbehaltlich abweichender Vereinbarungen zwischen den beteiligten Verwaltungen mit Postwertzeichen und nach den Gebührensätzen des Landes freigemacht werden, dem das Schiff angehört oder dem es untersteht

  2. Geschieht die Einlieferung an Bord während des Aufenthaltes am Anfangs- oder Endpunkt der Fahrt oder in einem der Zwischenhäfen, so ist die Freimachung nur mit Wertzeichen und nach den Gebührensätzen des Landes zulässig, in dessen Gewässern sich das Schiff befindet.

Diese Vereinbarungen sind bindend für alle Mitgliedsstaaten des Weltpostvereins.

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Einige Beispiele von Anlandestempeln

Die vorangegangene Abbildung zeigt einige Beispiele, wie die verschiedenen Postverwaltungen ihre Stempel und Inschriften in ihren Landungsstempeln vornahmen.

Dieses Sammelgebiet ist sehr umfangreich und bietet sich direkt zur Forschung an, obwohl internationale Philatelisten wie z.B. Roger Hosking, in Katalogen und Handbüchern bereits umfangreiche Veröffentlichungen vorlegen konnten. Doch lassen wir nachfolgend einige wenige Belege für sich selber sprechen.

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Dänische Weltpostvereinskarte zu 10 Øre, gerichtet an den Sammler Hermann in Frankfurt am Main, aufgegeben an Bord eines dänischen Fährschiffes auf der Kiel-Linie. Der Wertstempeleindruck wurde vorschriftsmäßig mit dem Tagessstempel vom Postamt „KIEL 1” unter dem 10.12.1897 entwertet und zusätzlich der Einzeiler „Paquebot” angebracht. Diese Entwertungen kommen ab 1894 vor, dem Jahr der offiziellen Einführung der „PAQUEBOT”-Stempel.
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Zwei Postbelege mit Landungsstempeln vor der offiziellen Einführung der Paquebot-Stempel. Oben: Brief von Wisby (7.8.1867) nach Rostock, befördert mit einem Schiff von Schweden nach Stralsund. Er wurde dort mit dem Landungsstempel „Aus Schweden/per Stralsund” gestempelt. Unten: Ganzsache zu 5 Pfg. von Lübzin nach Stettin, befördert mit dem Dampfschiff. In Stettin wurde der Wertstempel mit dem Rechteckstempel „Aus ....... / per Dampfschiff” und dem handschriftlichen Vermerk „Lübzin” unter dem 4.8.1884 entwertet.
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Postkarte von Island nach Bremen, vom Schiff in Edinburgh zur Weiterbeförderung abgegeben, die Frankatur entwertet mit dem Tagesstempel unter dem 9.9.1908, zusätzlich der Einzeiler „PAQUEBOT” gestempelt.
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Postkarte nach Radolfzell, aufgegeben an Bord des Kreuzfahrtschiffs S.S. ARABIC von der White Star Line, die englische Frankatur zu 14 Pence in New York mit dem Paquebot-Maschinenstempel unter dem 5.6.1925 entwertet.
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Zwei Belege mit Landungsstempeln nach und von Rönne auf Bornholm. Der Brief nach Neksö, in Kopenhagen einem Schiff mitgegeben, bei Anlandung in Rönne die Frankatur entwertet mit dem Doppelkreis-Stegstempel „RØNNE / SKIBSBREV” unter dem 15.12.1940. Die Postkarte nach Kolberg, wurde mit einem Schiff von Bornholm über Kopenhagen befördert. Dort wurde die Frankatur mit dem Einzeiler „Fra Bornholm” entwertet und der Tagesstempel unter dem 2.8.1936 angebracht. Danach mit der Bahnpost weiterbefördert.
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Paquebot-Stempel von Aden unter dem 16.5.1973, aufgegeben vom M. S. NEUENFELS der D.D.G. ” Hansa”.
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Paquebot-Stempel von Lübeck in Form eines Schiffes. Die Frankatur wurde mit dem Tagesstempel unter dem 27.5.1997 entwertet, auf einem Brief vom M.S.WALLONA, Panama.